Empfehlungen für geschlechter- und diversitätssensible Sprache

Vor dem Hintergrund des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichtes und der Änderung des Personenstandsgesetzes, welche die Rechte auf Schutz der geschlechtlichen Selbstbestimmung stärken, wird sich die Goethe-Universität einen Leitfaden mit Empfehlungen für eine geschlechter- und diversitätssensible Sprache gegeben. Die Langversion finden Sie demnächst online sowie als Broschüre auf Nachfrage beim Gleichstellungsbüro. Wir hoffen, dass Ihnen bis dahin dieser Kurzleitfaden bei der Erstellung und Überarbeitung von Texten in deutscher und englischer Sprache nützlich sein kann. 

Grundsätzliches zum Gebrauch diskriminierungskritischer Sprache:

  • Nehmen Sie Hinweise darauf, dass bestimmte Worte oder  Formulierungen als verletzend und diskriminierend wahrgenommen werden, ernst.
  • Nehmen Sie es auch ernst, wenn eine Person Ihnen mitteilt, was ihr Selbstverständnis ist und wie sie gerne angesprochen werden möchte.
  • Berücksichtigen Sie diese Hinweise in Ihrem Sprachgebrauch und verwenden Sie entsprechende Formulierungen.

Mit unserer Sprache gestalten wir unser Umfeld für uns selbst und für andere aktiv mit.

Empfehlungen für geschlechterinklusive Schreibweisen und Sprache

Die vom Gleichstellungsbüro empfohlene Form geschlechterinklusiver Schreibweisen ist der Genderstern. Er signalisiert den Einbezug verschiedener geschlechtlicher Identitäten.
Beispiele:
Statt „der Dekan“ lieber „die*der Dekan*in“
Statt „der Absolvent“ lieber „die*der Absolvent*in“
Statt „der Professor“ lieber „die*der Professor*in“

Geschlechtsneutrale Begriffe und die Verwendung des Plurals bieten sich bei kürzeren Texten an. Neutralisierung und Abstraktion stellen ebenfalls platzsparende Strategien dar.
Beispiele:
Statt „die Studenten“ lieber „die Studierenden“
Statt „die Mitarbeiter“ lieber „die Mitarbeitenden“
Statt „Der Student muss die Klausur abholen.“  lieber  „Die Klausuren sind abzuholen.“
Statt „Herausgeber“ lieber „Herausgegeben von“
Statt „Name des Antragstellers“ lieber „Ihr Name“

ANREDE
Bei der Anrede einer konkreten Person, die wir noch nicht persönlich kennengelernt haben, empfiehlt sich folgende Anrede:
„Liebe*r Professor*in …NAME…“

Es empfiehlt sich immer, im Zweifelsfall Vor- und Nachnamen zu nennen anstelle einer Anrede mit Frau/Mann.

Sollte der Kontakt/die Form es zulassen, ist es auch möglich eine neutrale Anrede zu verwenden, z.B.: „Hallo, Vor- und Nachname“ oder „Guten Tag, Vor- und Nachname“

Bei der Anrede einer Personengruppe mit der Formel ‚Sehr geehrte …‘ 
ist die bevorzugte Variante, die adressierte Personengruppe zu konkretisieren, z.B.:
Sehr geehrte Studierende
Sehr geehrte Kolleg*innen
Sehr geehrte Professor*innen

PRONOMEN
Hinsichtlich Personalpronomen besteht eine große Bandbreite an Formen, die gegenüber ‚er‘ und ’sie‘ bevorzugt werden. Die jeweilig angemessene Verwendung richtet sich nach dem individuellen Wunsch der Person. Eine gute Möglichkeit, sich hierfür sensibilisiert zu zeigen und höflich das bevorzugte Pronomen zu erfragen ist, folgenden Passus in die Mailsignatur zu integrieren:
„Mein Pronomen ist „sie“. Damit ich auch Sie in Zukunft richtig ansprechen kann, freue ich mich, wenn Sie mir ihr Pronomen mitteilen.“

Darüber hinaus geben viele Personen, die sich als nicht-binär verstehen, über das von ihnen bevorzugte Pronomen – wie auch darüber, wie sie gerne angesprochen werden möchten – Auskunft, z.B. in ihrer
Mailsignatur: „Bitte benutzen Sie keine geschlechtsspezifischen Bezeichnungen für mich. Mögliche geschlechtsneutrale Anreden sind zum Beispiel: Guten Tag NAME. Statt den Anreden „Frau“ oder „Herr“ können Sie für mich die höfliche Anrede „Enby“ nutzen. Zum Beispiel: Sehr geehrtes Enby NACHNAME. Bei Fragen zu den Anredeformen schreiben Sie mich gerne an. Vielen Dank!“

FORMULARE
Für die Gestaltung von Formularen bieten sich zwei Varianten an:

  • sie können geschlechtsneutral gestaltet werden. Das heißt, es wird auf die Abfrage von Geschlecht verzichtet (es erfolgt also keine Anrede als ‚Herr‘ oder ‚Frau‘)
  • sie können geschlechterinklusiv gestaltet werden: neben ‚Herr‘ und ‚Frau‘ werden weitere Optionen angeboten, z.B. in Form eines offenen Feldes, in denen die Person ihre präferierte Anrede selbst eintragen kann.

Eine Berücksichtigung dieser sprachlichen Formen in E-Mails, auf Websites und anderen Kontexten ist ein starkes Signal, alle Studierenden und Mitarbeitenden anzusprechen. Falls Rückfragen bezüglich der konkreten Umsetzung entstehen, stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

Kontakt:

Márcia Moser, Referentin Diversity Policies, Gleichstellungsbüro,
E-Mail: Ma.Moser@em.uni-frankfurt.de
Katrin Springsgut, Referentin Gleichstellung, Gleichstellungsbüro,  
E-Mail: K.Springsgut@em.uni-frankfurt.de

Zudem finden sich weitere Informationen in dieser Broschüre online:
http://www.transinterqueer.org/download/Publikationen/TrIQ-ABC_web(2).pdf

Anwendungsbeispiele zum Gebrauch des Gendersterns finden Sie hier:
https://geschicktgendern.de/gendersternchen-anwenden/

Link zur Website des Gleichstellungsbüros zu geschlechtergerechter Sprache, mit Download der „Handlungsempfehlungen für eine diversitätssensible Mediensprache“ (2016):
https://www.uni-frankfurt.de/57630150/Antidiskriminierung




Aktualisiert am 21. September 2020

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